Echten Hausschwamm Schritt für Schritt entfernen – so retten Sie Ihr Holz und Ihre Materialien

Echten Hausschwamm Schritt für Schritt entfernen – so retten Sie Ihr Holz und Ihre Materialien

Der Echte Hausschwamm ist der Albtraum vieler Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Er kann sich rasch ausbreiten, Holz zerstören und im schlimmsten Fall die gesamte Bausubstanz gefährden. Doch auch wenn der Befall zunächst beängstigend wirkt, lässt sich der Hausschwamm erfolgreich bekämpfen – vorausgesetzt, Sie handeln rechtzeitig und gehen systematisch vor. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Echten Hausschwamm erkennen, entfernen und einem erneuten Befall vorbeugen.
Was ist der Echte Hausschwamm – und warum ist er so gefährlich?
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein holzzerstörender Pilz, der in feuchten, schlecht belüfteten Bereichen gedeiht. Er ernährt sich von der Zellulose im Holz und kann dadurch tragende Balken, Dielen und Wandverkleidungen massiv schädigen. Besonders tückisch ist, dass der Pilz auch durch Mauerwerk wachsen und seine Ausbreitung fortsetzen kann, selbst wenn die Feuchtigkeitsquelle vorübergehend beseitigt wurde.
Ein Befall beginnt häufig unbemerkt – etwa unter Fußböden, hinter Paneelen oder in Kellerräumen – und wird oft erst entdeckt, wenn der Schaden bereits groß ist. Deshalb ist schnelles Handeln entscheidend.
Schritt 1: Anzeichen für Hausschwamm erkennen
Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie sicherstellen, dass es sich tatsächlich um den Echten Hausschwamm handelt. Typische Merkmale sind:
- Verfärbtes oder brüchiges Holz, das bei Druck zerfällt.
- Ein modriger, erdiger Geruch, ähnlich wie in feuchten Kellern.
- Weißliche bis graue Myzelstränge, die sich netzartig ausbreiten.
- Rostbraune Sporenablagerungen auf Oberflächen.
- Würfelförmige Rissbildung im Holz.
Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie unbedingt eine Bauwerksdiagnose durch eine Fachperson durchführen lassen. Ein Holzschutz- oder Bausachverständiger kann Proben entnehmen und feststellen, ob es sich um den Echten Hausschwamm oder eine andere, weniger gefährliche Pilzart handelt.
Schritt 2: Feuchtigkeitsquelle beseitigen – die Lebensgrundlage des Pilzes
Der Hausschwamm benötigt Feuchtigkeit, um zu überleben. Daher ist es der wichtigste Schritt, die Ursache der Feuchte zu finden und zu beseitigen. Häufige Ursachen sind:
- Undichte Dachrinnen oder Fallrohre
- Mangelnde Belüftung in Kellern oder Kriechkellern
- Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich
- Rohrbrüche oder Leckagen in Badezimmern und Küchen
Reparieren Sie die Schäden und sorgen Sie dafür, dass die betroffenen Bereiche vollständig austrocknen. Nutzen Sie gegebenenfalls Bautrockner und verbessern Sie die Luftzirkulation. Ohne Feuchtigkeit stirbt der Pilz – allerdings erst nach einiger Zeit, weshalb das befallene Material dennoch entfernt werden muss.
Schritt 3: Befallenes Material vollständig entfernen
Alles Holz, das vom Hausschwamm befallen ist, muss entfernt werden – ebenso angrenzende Materialien, die möglicherweise kontaminiert sind. Schneiden Sie mindestens 50 cm in gesundes Holz hinein, um sicherzugehen, dass keine Myzelreste verbleiben.
Achten Sie dabei auf Folgendes:
- Tragen Sie Schutzkleidung (Handschuhe, Atemschutz, Schutzbrille).
- Verpacken Sie das befallene Material luftdicht in Folie, um Sporenflug zu vermeiden.
- Entsorgen Sie das Material fachgerecht – informieren Sie sich bei Ihrer Kommune über die richtige Entsorgungsstelle.
Mauerwerk, das mit dem Pilz in Kontakt war, sollte gründlich gereinigt und gegebenenfalls mit einem fungiziden Mittel behandelt werden. In schweren Fällen kann es notwendig sein, ganze Balken oder Bodenabschnitte zu ersetzen.
Schritt 4: Behandlung gegen erneuten Befall
Nachdem das befallene Material entfernt wurde, muss der Bereich behandelt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern. Dafür gibt es zwei bewährte Methoden:
- Chemische Behandlung – beispielsweise mit borhaltigen Holzschutzmitteln, die tief in das Holz eindringen und Pilzsporen abtöten.
- Thermische Behandlung – das betroffene Gebiet wird über mehrere Stunden auf über 50 °C erhitzt, wodurch der Pilz vollständig abstirbt.
Diese Arbeiten sollten ausschließlich von zertifizierten Holzschutz- oder Sanierungsfachbetrieben durchgeführt werden, da unsachgemäße Anwendung von Chemikalien oder Hitze zu Gesundheitsrisiken und Bauschäden führen kann.
Schritt 5: Konstruktion fachgerecht wiederherstellen
Sobald der Bereich trocken und behandelt ist, kann die Sanierung beginnen. Verwenden Sie druckimprägniertes oder vorbehandeltes Holz und achten Sie auf eine gute Belüftung der Konstruktion.
Vermeiden Sie, dass Feuchtigkeit eingeschlossen wird – setzen Sie gegebenenfalls Dampfsperren und Lüftungsgitter ein. Es empfiehlt sich außerdem, Feuchtigkeitsmesser zu installieren, um die Raumfeuchte langfristig zu überwachen.
Schritt 6: Vorbeugung gegen zukünftigen Befall
Vorbeugung ist der beste Schutz vor dem Echten Hausschwamm. Beachten Sie folgende Tipps:
- Halten Sie Keller und Kriechkeller trocken und gut belüftet.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Holzbauteile auf Verfärbungen oder Risse.
- Überprüfen Sie Dachrinnen und Fallrohre auf Dichtheit.
- Lagern Sie keine feuchten Gegenstände direkt an Holz oder Mauerwerk.
- Verwenden Sie in feuchtegefährdeten Bereichen feuchtigkeitsresistente Materialien.
Ein jährlicher Gebäudecheck – insbesondere bei älteren Häusern – kann helfen, Feuchtigkeitsschäden frühzeitig zu erkennen und hohe Sanierungskosten zu vermeiden.
Wann sollten Sie eine Fachfirma beauftragen?
Wenn der Befall großflächig ist oder Sie die Feuchtigkeitsquelle nicht eindeutig lokalisieren können, sollten Sie unbedingt eine Fachfirma für Holz- und Bautenschutz hinzuziehen. Diese kann den Schaden beurteilen, eine Sanierungsstrategie entwickeln und die Arbeiten fachgerecht durchführen.
Der Echte Hausschwamm ist zwar ein ernstzunehmender Gegner, doch mit der richtigen Vorgehensweise und professioneller Unterstützung können Sie Ihr Holz und Ihre Bausubstanz retten – und Ihr Zuhause dauerhaft schützen.










